... das im Supermarkt nicht sofort die (versprochene) Süßigkeit erhält - so beschreibt Sabine Lottermoser eindrucksvoll den „Suchtdruck“, unter dem Suchtkranke leiden. Die Leitende Ärztin der Fachklinik für Therapie und Rehabilitation abhängigkeitskranker Frauen St. Vitus in Visbek beschreibt in einem anschaulichen Vortrag wie eine Suchterkrankung entstehen kann. Sabine Lottermoser beschreibt welche Vorgänge dabei im Gehirn stattfinden, die sich schleichend entwickeln und ein Leben lang anhalten. Es entsteht ein „Suchtgedächtnis“. Auch nach schon jahrzehntelanger Abstinenz kann es zu Rückfällen kommen, häufig durch Verlusterlebnisse (z.B. Arbeitsplatzverlust, Tod eines geliebten Menschen). Dass das Wissen über diese Vorgänge alle Beteiligten entlasten, zu Verständnis durch Verstehen führen und schützende und heilende Prozesse in Gang setzten kann, bestätigen auch einige der 30 Teilnehmenden. Die Veranstaltung am 25. August 2016 im Tagungshaus St. Clemens „ Vom Genuss zur Sucht – Neurobiologische Aspekte von Substanzkonsum“ findet in Kooperation mit dem Kreuzbund – Selbsthilfe für Suchtkranke und deren Angehörige- statt.

Aufgabe der Therapie ist es, „das schreiende Kind im Kopf zu beruhigen“ und an das kleine Glück zu gewöhnen, denn Genuss ist für den Menschen (über)lebenswichtig. Grundvoraussetzung für Therapie und (Selbst)hilfe für Suchtkranke ist vor allem eine respektvolle und wertschätzende Haltung dem erkrankten Menschen gegenüber und die wurde in der Person von Sabine Lottermoser deutlich spürbar – so die große Resonanz der Teilnehmenden, die die Erkenntnisse der Veranstaltung in Ihre Tätigkeit in der Therapie/Beratung und Selbsthilfe mitnehmen.

Im InfoBrief des Kreuzbundes Diözesanverband Hildesheim e.V. Nov. 2016 findet sich der Bericht des Teilnehmers H. Koch


www.kreuzbund-hildesheim.de
www.sucht-fachkliniken.de/vitus.html


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