Auch wenn der Vortrag „Papst Franziskus - Einsamer Prophet in einer gespaltenen Welt (und Kirche)“ des italienischen Journalisten Marco Politi kurzfristig am 7. November 2019 aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden musste, wurden die ca. dreißig Besucher, die von der Absage nicht mehr rechtzeitig erfahren hatten nicht enttäuscht als sie zum Tagungshaus St. Clemens kamen.

Kurzfristig hatte sich der Hannoveraner Religionswissenschaftler und Theologe, Prof. DDr. Peter Antes, auf dessen Initiative Marco Politi, von der Deutsch-Italienischen Gesellschaft und der Katholischen Erwachsenenbildung eingeladen worden war, bereit erklärt „einzuspringen“. Antes, der mit Politi seit längerem befreundet ist und mit ihm in Italien gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt hat, stellte zunächst die Arbeit und das Werk des Journalisten vor um dann – im Sinne von Marco Politi - einige eigene Akzente zu der Vortragsthematik zu setzen. Danach habe Papst Franziskus von Anfang seines Pontifikates an Partei für die Armen und Ausgegrenzten ergriffen und in bislang nie dagewesener Deutlichkeit Nein zu einem Wirtschaftssystem gesagt. Außerdem betone der Papst immer wieder, dass Krieg nicht zur wahren Lösung von Konflikten beitrage, sondern Vernichtung, Vertreibung und Unheil zur Folge habe. Deshalb setzte sich der Papst für friedliche Lösungen ein und suche auch den Frieden und Dialog im Umgang mit anderen Religionen. Hier machte Antes einige Unterschiede zum vorherigen Papst Benedikt XVI deutlich. Von daher sei eine derart klare Position insbesondere innerkirchlich nicht unumstritten. Vielmehr werfe man ihm vor, nicht genügend die Kirche, ihre Interessen und die kirchliche Lehre in den Vordergrund zu stellen.

Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass die – trotz des Ausfalls des ursprünglich vorgesehenen Referenten - nicht umsonst den Weg zur KEB-Veranstaltung im Tagungshaus St. Clemens auf sich genommen hatten.

Karl-Heinz Meilwes


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